Bryggen – eine farbenfrohe Reise in die Vergangenheit

An der Westküste Norwegens gelegen, ist Bergen die zweitgrößte Stadt Norwegens. Die Stadt ist nicht nur als Ausgangspunkt der Hurtigrouten berühmt, sondern auch für das Hafenviertel Bryggen (Norwegisch für Landungsbrücke), das trotz diverser Brandkatastrophen immer noch viele intakte beziehungsweise restaurierte Häuser aus der Hochzeit der Hanse aufweist und deshalb 1979 ins Weltkulturerbe der UNESCO aufgenommen wurde.

Bryggen: Norwegens Touristenmagnet

Fast eine Million Touristen kommen jedes Jahr, um Bryggen in Bergen zu bewundern. Was sie hier vorfinden, ist tatsächlich einzigartig: Die früheren Handelshäuser der Hanse sind größtenteils aus Holz und vor allem in Gelb-, Rot- und Weißtönen gestrichen. Was für eine leuchtende Pracht, wenn die Sonne sie erstrahlen lässt!

Anfang des 14. Jahrhunderts wurde Bryggen gegründet: die Hanse baute eine Handelsniederlassung auf, die zunächst zu Lübeck gehörte – daher auch der alternative Name Tyskenbryggen (Deutsche Brücke). Um die ersten Häuser herum entstand schnell ein lebendiges Stadtviertel – das im Jahr 1702 fast vollständig einem verheerenden Brand zum Opfer fiel. Dennoch wurde beim Wiederaufbau Bryggens erneut weitgehend auf Holz gesetzt. Erst Anfang des 20. Jahrhunderts entstanden eine Reihe von Ziegelhäusern, die aber ansonsten ganz im herrschenden Stil waren. 1955 kam es erneut zu einer Brandkatastrophe, die Mehrzahl der Häuser wurde vernichtet oder stark beschädigt. Doch statt eines angedachten Abrisses beschlossen die Stadtväter Bergens in den Sechzigerjahren eine große Restaurierung – mehr als 60 Gebäude sind jetzt wieder in dem Zustand, in dem sie bei ihrer Errichtung waren.

Bryggen: ein sehr lebendiges Stadtviertel

Inzwischen, geschützt von der Auszeichnung als Weltkulturerbe, hat sich in Bryggen wieder ein lebendiger Stadtteil entwickelt. In den pittoresken Gassen wartet eine Vielzahl von Restaurants, Cafés, Boutiquen und Kunsthandwerkern auf Kundschaft. Außerdem lockt ein Gebäude, das so ganz aus der Reihe fällt, Neugierige an: Das Bryggens Museum, ein architektonisch interessanter, moderner Bau aus dem Jahr 1976, ist die Heimat für Funde, die bei den Aufbauarbeiten nach dem Feuer von 1955 gemacht wurden: Die Artefakte dokumentieren das Leben in Bryggen/Bergen während des Mittelalters.

Ein weiterer interessanter Anlaufpunkt für Bryggen-Besucher ist das Hanseatische Museum, das erfahrbar macht, wie es in Bryggen und Norwegen zur Hochzeit der Hanse zuging. Das Museum stammt übrigens aus dem Jahr 1704 und sieht innen noch genau aus wie damals – eine Zeitreise, die wirklich lehrreich ist!

Bild: Andrea Giubelli – Visitnorway.com