Spitzbergen – ein Trip in die Arktis

Egal, zu welcher Jahreszeit man nach Svalbard kommt: Das Spitzbergen-Archipel liegt spürbar in der Arktis – denn entsprechend niedrig sind die Temperaturen. Doch diese sind einer der vielen besonderen Reize der nördlichsten bewohnten Region Europas. Eisbären inklusive.

Karge, einsame Schönheit

Spitzbergen: Das klingt nach Ferne und Einsamkeit. Tatsächlich ist nur eine Insel des Archipels – auf Norwegisch Svalbard genannt – bewohnt; ganze 2500 Menschen leben hier. Und verlieren sich angesichts einer Ausdehnung von 380 Kilometern in Nord-Süd –beziehungsweise 230 Kilometern in Ost-West-Richtung. Hier oben lernt man schnell, was Einsamkeit bedeutet.

Die Lebensbedingungen sind rau. Siedlungen gibt es nur am weit ins Land hineinreichenden Isfjord, an dessen Ufer der Hauptort Longyearbyen liegt. Dank des Goldstroms frieren Isfjord und die anderen Fjorde und Buchten im Westen selbst im Winter nur selten zu.

So klein Spitzbergen auch ist – so vielfältig sind seine geografischen und geologischen Eigenarten. Die schroffe Westküste mit alpinen Gebirgen, weitläufige Regionen im Norden und Osten sowie große, von Gletschern bedeckte Gebiete faszinieren jeden, der die Insel besucht. Man muss kein Experte sein, um zu erkennen, dass die Felsen und Steine aus unterschiedlichsten Erdzeitaltern stammen, so vielfältig sind sie geschichtet und gefärbt. Und versteinerte Korallen verraten, dass die Inselgruppe einst ein wesentlich wärmeres Klima besaß.

Unberührte Natur unter Schutz

Spitzbergen ist eine Welt ganz eigenen Charakters – doch es fällt nicht schwer, ihrem Zauber zu verfallen. Für kurze sechs Wochen taut im arktischen Sommer der Boden auf, und überall grünt und blüht es dann. Doch schon bald gewinnt wieder die Kälte die Oberhand, und der lange Winter verschluckt die Inselgruppe monatelang mit seiner Dunkelheit. Besonderer Lichtblick ist dann im wahrsten Wortsinn die „Aurora Borealis“ – das Nord- oder Polarlicht.

Die norwegische Regierung hat erkannt, dass auch eine raue Schönheit empfindlich ist. Drei Regionen auf Spitzbergen wurden 1973, weitere vier im Jahr 2003 als Nationalparks unter Schutz gestellt. Unberührte Gegenden sollen weiterhin unberührt bleiben, und die Tierwelt – durch Umweltbelastungen und Klimaveränderungen ohnehin schon unter Druck – muss sich in ausreichend großen Refugien ungestört entwickeln können.

Spitzbergen ist Erlebnisurlaub

Größtes Erlebnis jeder Spitzbergen-Reise ist die Natur – und es empfiehlt sich, sie in gut organisierten Expeditionen kennenzulernen. Kreuzfahrten lassen Sie die Küsten hautnah erleben, und am besten reist man auf seinem Spitzbergen-Urlaub zu Beginn des Sommers einmal rund um die Insel und in die Fjorde und nimmt unvergessliche Eindrücke der erwachenden Pflanzen- und der Tierwelt mit. Neben Robben und Seelöwen werden Sie auch die allgegenwärtigen Eisbären sehen – davon leben auf Spitzbergen mehr als Menschen.

Bild: Kristin Folsland Olsen – Visitnorway.com