Lofotr Wikinger Museum Norwegen

Rudern, Schauen, Schlemmen: Das Wikingermuseum der Lofoten

Hier floss der Met in Strömen, hier brutzelten Lamm und Wildschwein, schmorte der Lachs: In Borg auf den Lofoten haben Archäologen 1983 ein Langhaus aus Wikingerzeiten entdeckt. Um den größten Fund aus dieser Zeit entstand ein Museum, in dem jedermann 1000 Jahre zurück in die Vergangenheit reisen kann.

Wie viele Menschen mögen wohl hier gelebt haben? 83 Meter lang und neun Meter breit war das Haus, in dessen unmittelbarer Nachbarschaft das wichtigste Wikingermuseum in Norwegen originalgetreu nachgebaut wurde. In großen Löchern im Boden glühen die Steine, Steaks von Lamm und Wildschwein verbreiten einen intensiven Duft. In dem Bereich, der dem Empfang der Gäste diente, hatten die Wikinger kein offenes Feuer brennen. Met-Halle nennt er sich, nach dem berühmten Honigwein, der vor 1000 Jahren das europaweit beliebteste Getränk war. Einfach herzustellen und dank des stark zuckerhaltigen Honigs lange aufzubewahren wurde Met oft auch bei Kulthandlungen benutzt.

Idrunns Versuchung an Odins Siegesfest im Wikingermuseum

Wie sich die Vorfahren der heutigen Norweger ernährt haben und wie es auf ihren Festen zuging, erfahren Besucher im Lofotr Wikingermuseum Borg am besten beim Besuch eines Gastmahls, beispielsweise bei Idrunns Versuchung oder Odins Siegesfest. Während bei letzterem üppig deftig aufgetischt wird, kommen zu Ehren der Liebes- und Fruchtbarkeitsgöttin Gemüsesuppe, Lamm und Fisch auf den Tisch. Das Essen nach Originalrezepten gehört zum Konzept der „experimentellen Archäologie“, mit dem sich Wissenschaftler in den vergangenen Jahren verstärkt dem Altertum nähern. In Norwegen heißt das beispielsweise auch, Wikingerschiffe originalgetreu und mit den Werkzeugen der damaligen Zeit nachzubauen.

Rudern im Dienst der Wissenschaft

Wie fühlt es sich an, auf einem Wikingerschiff zu fahren? Das können Touristen erfahren, wenn sie als Ruderer an einer Ausfahrt im Drachenboot teilnehmen. 16 starke Arme greifen auf jeder Seite in die Riemen und sorgen für Vortrieb. Daran lassen sich Reichweite und Geschwindigkeit der Wikingerschiffe errechnen.
Im Wikingermuseum sind aber nicht nur rohe Kräfte gefragt. Auch Kunsthandwerk aus alter Zeit kann hier erlernt werden und potenzielle Scharfschützen üben sich im Bogenschießen oder Axtwerfen. Besonders malerisch ist der Besuch während des Wikingerfestivals im August – 2015 vom 5. bis 9.8. Dann schlagen 100 und mehr neuzeitliche Wikinger ihren Stand auf dem Museumsgelände auf und führen alte Künste vor, vom Schwertkampf über Musikdarbietungen bis zum Goldschmieden.

Öffnungszeiten und Eintrittspreise des Museums sind je nach Saison unterschiedlich. Über die aktuellen Zeiten und Konditionen am besten im Internet informieren.
Internet: http://www.lofotr.no

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Foto: CH/ – Visitnorway.com