Über 40 Nationalparks: Norwegen von seiner wilden Seite

Elch und Luchs, Seeadler und Schneeeule, dazu Natur satt. Die Nationalparks in Norwegen stellen äußerst attraktive Reiseziele dar. 37 dieser Schutzgebiete befinden sich im Kernland, weitere sieben auf Spitzbergen.

Eigentlich waren sie dort ausgerottet. Doch seit ihrer Wiederansiedlung vor 60 Jahren gedeihen die Moschusochsen in Norwegen im Nationalpark Dovrefjell prächtig. Rund 300 der bis zu 400 Kilogramm schweren Tiere weiden in der rauen Landschaft. Nur vereinzelt sind Wanderer dort unterwegs, der Park ist vor allem Ziel erfahrener Outdoor-Liebhaber – oder von Christen, die auf historischen Wegen von Oslo nach Trondheim pilgern.

Felsen und Gletscher in Nationalparks – Norwegen grau und glitzernd

Die Steigeisen sind im Preis für die Gletschertour inbegriffen, der Eispick auch, Erfahrung ist nicht notwendig. Mit Seilen gesichert geht es in eine Gletscherzunge des Jostedalsbreen. Europas größter Festlandsgletscher gehört zu den spektakulärsten Nationalparks in Norwegen, gelegen ist er zwischen Sognefjord und Nordfjord, die sich bei Bergen tief ins Landesinnere schieben. Blau schimmert das Eis in der Sonne, fest greifen die Steigeisen – mit dem Eispick hochziehen und sich wie ein Entdecker fühlen – Abenteuer light.

Steinmännchen weisen den Weg: Die Hardangervidda

Die größte Hochebene Europas ist zugleich der größte unter Norwegens Nationalparks. Eigentümlich karg präsentiert sich das 3422 Quadratkilometer große Schutzgebiet. Büsche und Sträucher wachsen dort, Moose und Flechten in großer Vielfalt aber kaum ein Baum. Die Hardangervidda liegt oberhalb der Baumgrenze und hat ein fast arktisches Klima. Ein dichtes Netz von Wanderwegen durchzieht den Nationalpark, Wegweiser sind zu Pyramiden aufgehäufte Steine mit einem roten „T“, so genannte Steinmännchen.

Nette Berge und flotte Geweihe: Forollhogna

Rau und bisweilen sogar unwirtlich zeigt sich die Landschaft in vielen Nationalparks in Norwegen. Das ist wenig verwunderlich angesichts der Tatsache, dass 85 Prozent der Nationalparkfläche aus Gebirgen besteht. Aber neben Gletschern und schroffen Felsen finden Reisende auch sanfte grüne Hügel mit satten Wiesen und schattigen Wäldern mit 300 Jahre alten Fichten und noch älteren Platanen. Die „netten Berge“ nennen die Einheimischen den Nationalpark Forollhogna. Was nicht heißt, dass er nicht einen Besuch wert ist. Immerhin seien dort Rentiere mit „flotten Geweihen“ unterwegs. Einzigartig in Norwegen ist der Nationalpark Ytre-Hvaler. In einem Schärengarten im äußersten Südosten des Landes besteht er zu größten Teil aus Meeresoberfläche unter der sich ein 1200 Meter langes Kaltwasserriff befindet.

Bild: Anders Gjengedal – Visitnorway.com