Oslo: Restaurant finden leicht gemacht

Das spektakuläre Opernhaus, der Königspalast, der Hafen, das Szeneviertel Grünerløkka – es gibt viele gute Gründe, Norwegens Hauptstadt einen Besuch abzustatten – Oslos Restaurants gehören häufig eher nicht dazu. Das hat zum einen damit zu tun, dass hier offensichtlich sehr gern Fast Food gegessen wird. Und zum anderen, dass leider auch Pizza, Burger & Co. alles andere als preiswert sind. Von den alkoholischen Getränken ganz zu schweigen. Es kann also durchaus passieren, dass man sich zum Mittag einen schnellen (und nicht unbedingt besonders guten) Burger mit Pommes und dazu ein erfrischendes Bier gönnt – und am Ende mit einer Rechnung von fast 40 Euro und dem entsprechenden Gesicht dasteht. Deshalb hier drei Tipps für Restaurants in Oslo, die zwar auch nicht billig, aber aus unterschiedlichen Gründen empfehlenswert sind.

Ein Oslo-Restaurant für Fans von Krimiautor Jo Nesbø

Zu den beliebtesten Kommissaren der aktuellen Krimiwelt gehört Harry Hole, die Erfindung des in Oslo lebenden Schriftstellers Jo Nesbø. In bislang zehn Romanen, zuletzt ist 2013 „Koma“ erschienen, hat Hole Oslos Verbrecher in Angst und Schrecken versetzt. Wenn er nicht auf Gangsterjagd ist, zieht sich Hole mit Vorliebe in das Restaurant Schrøder in der Waldemar Thranes Gate 8 zurück. Hier erfreut er sich an der deftigen Küche, die in diesem Traditionslokal serviert wird. Auf der Karte stehen neben klassischen norwegischen Gerichten (Rentier, Fisch) auch internationale Favoriten wie Wiener Schnitzel (ca. 20 Euro). Man darf keine lukullischen Höhenflüge erwarten, aber solide Hausmannskost zu für Oslo moderaten Preisen. Schließlich muss man sich das Essen ja auch von einem nicht gerade üppigen Kommissarsgehalt leisten können.

Ein Oslo-Restaurant für Amerikafreunde

Auch im „Nighthawk Diner“ im Szeneviertel Grünerløkka (Seilduksgata 15B) würde sich Harry Hole, ein Fan von guter Countrymusik, sicherlich wohl fühlen. Denn das klassische Diner im US-Stil bietet neben Burgern und Co auch eine Musikbox, die sich der ursprünglichen amerikanischen Musik (Country, Folk, Rock’n’Roll) widmet. Geführt wird es von Jan Vardøen, der nicht nur Koch und Restaurantbetreiber ist, sondern auch ein Star in Norwegen. Er hat eine Band (Ian Senior), schreibt Bücher, inszeniert Filme und ist regelmäßig im TV zu sehen ist. Im „Nighthawk“ kann man sich stundenlang aufhalten und die stilechten Rockabilly-Frisuren und -Outfits studieren, die viele der Gäste bevorzugen. Billig ist das lukullische und musikalische Vergnügen allerdings nicht: Für einen Burger mit Pommes oder Salat müssen ungerechnet etwa 23 Euro bezahlt werden, ein Ribeye-Steak mit Beilagen schmälert Ihre Urlaubskasse um circa 30 Euro, ein halber Liter Bier kostet mehr als neun Euro.

Ein Oslo-Restaurant für Gourmets

Wer eines von Oslos schickeren Restaurants besuchen möchte, der ist im „Café Christiania“ (Nedre Vollgate 19) bestens aufgehoben. Wegen der Nähe zum Parlament, trifft man hier schon mal den einen oder anderen Politiker bei wichtigen Gesprächen. Die lassen sich in gediegener Atmosphäre Bistro-Klassiker schmecken, darunter Moules Frites, also Miesmuscheln mit Pommes Frites (ca. 20 Euro), oder ein Boeuf Bourguignon (ca. 28 Euro), das man in den besten Pariser Brasserien kaum leckerer hinbekommt. Nur Harry Hole würde man hier nie treffen, er hält fast alle Politiker für korrupt.

Bild: CH – visitnorway.com