Festung Norwegen: Burgen, Schanzen und Ruinen

Durch dunkle Kasematten schleichen, auf Wachtürmen die Umgebung beobachten oder im Museum Geschichte lernen: Viele Burgen und Festungen in Norwegen lohnen einen Abstecher. Von der trutzigen mittelalterlichen Festung bis zur schlossartigen Burg aus dem 19. Jahrhundert reicht das Spektrum der Wehrbauten.

Weit jenseits des Polarkreises, direkt an der russischen Grenze, errichteten die Norweger schon im 14. Jahrhundert die Festung Vardøhus zum Schutz vor den vordringenden Russen aus der Republik Nowgorod. Mehrmals wurde die Festung, die nördlichste der Welt und die östlichste Norwegens, erweitert. Ihr heutiges Gesicht in Form eines achtzackigen Sterns erhielt sie 1738. In diese Zeit fällt auch das dunkelste Kapitel ihrer Geschichte: Damals fanden dort zahlreiche Hexenprozesse statt.

Akershus: Die bekannteste Festung in Norwegen

Die Burg aus dem 14. Jahrhundert sitzt auf einem Felssporn über dem Fjord und gilt bis heute als eines der Wahrzeichen Oslos. Im Süden und Westen dienen hohe Felsen als natürlicher Schutz und bieten einen schönen Blick über den Oslofjord. Die Mauern um das riesige Areal wurden so geschickt gezogen, dass die Festung über die Jahrhunderte neun Belagerungen schadlos überstand. Heute nutzen die Hauptstädter die Grünflächen der Anlage zum Spazierengehen. Zwei Museen informieren über die Historie und zu festlichen Anlässen lädt ab und zu der König seine Gäste auf Akershus. Seit rund 100 Jahren befindet sich dort auch das Mausoleum der norwegischen Regenten.

Trutzbauten bewachen Wasserwege und Ufer

Etwas weiter im Süden wacht Fredriksten seit 350 Jahren über den Oslofjord und die Grenze zu Schweden. Die Festung in Norwegen bei Halden ist 20 000 Quadratmeter groß. Vor allem Kindern macht ein Gang durch die gruseligen Kasematten großen Spaß. Auch um diese Burg wurde gekämpft: Bei der Belagerung von 1718 verlor sogar der Angreifer König Karl XII. von Schweden dort sein Leben. In Fredrikstad, noch weiter südlich Richtung Schweden gelegen, sind Teile der Altstadt als Festung angelegt.

Eine andere Hafenstadt mit sehenswerter Burg ist Bergen. Besonders interessant ist ein Besuch in der kargen Håkonshalle der Festung Bergenhus mit ihrem charakteristischen Treppengiebel. Bergenhus ist mit fast 1000 Jahren eine der ältesten und am besten erhaltenen Festungen Norwegens. In Trondheim steht auf einem Hügel über der Altstadt die Festung Kristiansten, die wie viele andere Befestigungsbauten zum Schutz vor den Schweden errichtet wurde, mit denen sich das Königreich Dänemark-Norwegen im 17. Jahrhundert immer wieder bewaffnete Auseinandersetzungen lieferte.

Bild: Terje Rakke/Nordic Life – Visitnorway.com