Ein Highlight in Oslo: Das Nobel-Friedenszentrum

Seit mehr als einem Jahrhundert wird in Oslo der Friedensnobelpreis vergeben. Und das immer am 10. Dezember, dem Todestag des Namensgebers Alfred Nobel. Die ersten Preisträger waren 1901 der Schweizer Henry Dunant (Gründer Rotes Kreuz) und der Franzose Frédéric Passy (Gründer Internationale Friedensliga). Auf der Liste der Geehrten finden sich so illustre Namen wie Theodore Roosevelt (1906), Albert Schweitzer (1952), Martin Luther King (1964), Nelson Mandela (1993) und Barack Obama (2009). Vier Deutsche wurden bislang ausgezeichnet, der bislang letzte war Willy Brandt – im Jahr 1971.

Aktuelle Ausstellungen im Oslo Nobel-Friedenszentrum

Allen Preisträgern wird in Oslo im Nobel-Friedenszentrum im Rahmen einer festen Ausstellung gehuldigt. Dazu kommen wechselnde Ausstellungen zu aktuellen Themen, die den Besucher zum Nachdenken anregen sollen. So waren im Zentrum bereits hoch spannende Info-Veranstaltungen zu Themen wie Kindersoldaten, Waffenkontrolle und Europa in der Krise zu sehen und zu erleben. Über das aktuelle Programm können Sie sich hier informieren.

Sehr viel erfährt man im Oslo Nobel-Friedenszentrum auch über Alfred Nobel. Der Mann, der später den Nobelpreis stiften sollte, hat sein Geld mit der Entwicklung von Sprengstoffen verdient. Doch anders als sein Vater Immanuel, der mit der Produktion von Minen reich geworden war, bezeichnete Alfred Nobel sich als Pazifist. Seine Abschreckungstheorie nahm sozusagen den Irrsinn der nuklearen Aufrüstung nach dem Zweiten Weltkrieg vorweg: Nobel war davon überzeugt, dass man eine Superwaffe bräuchte, deren Wirkung so verheerend sei, dass die Menschen sich nicht trauten, sie einzusetzen.

Das Friedenszentrum als Publikumsmagnet

Das Oslo Nobel-Friedenszentrum wurde im Juni 2005 eröffnet und gehört seitdem wie das Munch- oder das Ibsenmuseum zum Pflichtprogramm jedes kulturinteressierten Oslo-Besuchers. Es liegt sehr zentral in unmittelbarer Nähe zum Rathaus der Stadt und ist in einem ehemaligen Bahnhof untergebracht. Zwar ist es stets gut besucht, aber einmal erlebte das Zentrum einen regelrechten Besuchertsunami: Als bekannt wurde, dass Barack Obama den Friedensnobelpreis erhalten würde, feierten hier 3.000 Menschen den Mann, auf den nicht nur die USA, sondern die gesamte Welt so viele Hoffnungen setzte.

Zweimal täglich werden englischsprachige Führungen angeboten, das Oslo Nobel-Friedenszentrum ist von Dienstag bis Sonntag zwischen 10 und 18 Uhr geöffnet. Der Eintritt beträgt umgerechnet knapp elf Euro, Studenten zahlen knapp sieben Euro, Kinder bis 16 Jahre haben freien Zugang zum Friedenszentrum. Außerhalb der Ausstellungen werden im „Nobel Fredssenter“, wie es auf Norwegisch heißt, auch Vorträge gehalten und Filme gezeigt.

Bild: Johannes Granseth