Das Ibsen-Museum in Oslo – Ehrung für einen großen Dramatiker

Nicht nur wegen seines 1879 verfassten Theater-Klassikers „Nora oder Ein Puppenheim“ – der gebürtige Norweger Henrik Ibsen ist einer der größten Dramatiker des 19. Jahrhunderts. Im Osloer Ibsen-Museum wird dem Dichter, der die „Lebenslüge“ seiner Zeit schroff anprangerte, ein Denkmal gesetzt. Das Museum beinhaltet sowohl Ibsens Wohnung, die liebevoll in den ursprünglichen Zustand zurückversetzt wurde, als auch eine große Ausstellung über Ibsens Leben und Schaffen. Jeder literarisch Interessierte, der in Oslo ein Museum sucht, sollte das Ibsen-Museum nicht verpassen!

Henrik Ibsens Zuhause, in dem er die letzten elf Jahre seines Lebens wohnte, bildet den Kern des 1983 eröffneten Ibsen-Museums. Seine Wohnung in der 1. Etage in der Straße Arbins gate 1 wurde mit allen Details restauriert, die die Zimmer schon zu Lebzeiten des Dichters aufwiesen. Ibsens Arbeitszimmer wirkt so, als hätte er es gerade verlassen. Hier schrieb er auch seine letzten beiden Dramen: „John Gabriel Borkman“ (1896) und „Wenn wir Toten erwachen“ (1899).

Henrik Ibsen – Stationen eines großen Dichterlebens

Henrik Johan Ibsen wurde am 28. März 1828 im norwegischen Skien geboren, als ältestes von fünf Kindern des Kaufmanns Knud Ibsen und seiner Frau Marichen. Mitte der Dreißigerjahre des 19. Jahrhunderts musste Knud Ibsen Bankrott anmelden, die plötzlich verarmte Familie bezog ihr einstiges Sommerhaus und lebte dort isoliert von der „guten Gesellschaft“. Zu dieser Zeit war Henrik acht Jahre alt, und diese Erlebnisse sollten sein weiteres Leben prägen. Nach Schule und Apothekerlehre arbeitete er bis 1850 als Apotheker. Schon 1948 hatte Ibsen aber mit der Arbeit an dem Römerdrama „Catilina“ begonnen.

Im Jahre 1850 zog Ibsen nach Christiania, dem heutigen Oslo, war dort Mitherausgeber des Wochenblatts „Andhrimmer“ und engagierte sich politisch in der norwegischen Arbeiterbewegung. 1851 wurde er als Bühnenleiter nach Bergen berufen, wo er bis 1857 tätig war. Dann zog es ihn zurück nach Christiania, wo er die Position des künstlerischen Leiters am Nationalen Theater übernahm. Privat lief es gut: Ein Jahr später heiratete er Susannah Thoresen, aus der Ehe ging ein Sohn hervor. Beruflich allerdings war diese Zeit von Misserfolgen geprägt, besonders der Konkurs des Nationalen Theaters im Jahr 1862 war niederschmetternd für Ibsen.

Im Jahre 1864 verließ Ibsen Norwegen und ging ins freiwillige Exil – für insgesamt 27 Jahre. In dieser Zeit lebte er in Italien, Dresden und München. Im Ausland entstanden auch seine bekanntesten Werke, etwa „Peer Gynt“ (1867). Ab 1869 ließ Ibsen in seinen Werken immer stärkere gesellschaftskritische Züge einfließen. Es entstanden Stücke wie „Nora oder Ein Puppenheim“ (1879) und „Die Wildente“ (1884), die auch heute kaum etwas Aktualität verloren haben.

Erst im Jahre 1891 kehrte Henrik Ibsen nach Norwegen zurück, wo ihm bereits zu Lebzeiten – beispielsweise 1898 zu seinem 70. Geburtstag – zahlreiche Ehrungen zuteilwurden. 1900 hatte Ibsen einen ersten Schlaganfall, im Jahr darauf war nach einem weiteren halbseitig gelähmt. Henrik Ibsen starb am 23. Mai 1906 in seiner Wohnung in Christiania.

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Bild: Screenshot Youtube