Die Stabkirche Urnes – die älteste Holzkirche Norwegens

Sie ist eine der sieben UNESCO-Welterbestätten Norwegens: die Stabkirche Urnes in dem Ort Ornes. Die Ursprünge der kleinen Kirche liegen rund 1000 Jahre zurück. Lesen Sie hier alles über die Geschichte der Holzkirche und warum sich eine Reise dorthin lohnt.

Wie ein Thron über dem Luster-Fjord: die kleine Stabkirche Urnes

Knapp vier Stunden brauchen Sie mit dem Auto, um von Bergen nach Ornes zu kommen. Doch die ohnehin schöne Fahrt durch beeindruckende Landschaften lohnt sich. Die Stabkirche Urnes liegt auf einer Landzunge, die weit in den Luster-Fjord hinein reicht. Von dort haben Sie eine phantastische Sicht.

Mehr als 750 Holzkirchen gab es in Norwegen insgesamt. Als andernorts zwischen dem 11. und 14. Jahrhundert längst auf Stein als Baumaterial gesetzt wurde, war es in Norwegen immer noch das Holz. Heute gibt es nur noch 28 der sogenannten Stabkirchen. Die Stabkirche Urnes ragt aus zwei Gründen heraus: Sie ist die älteste in Norwegen und wird sogar oft als die älteste der Welt bezeichnet. Zudem „punktet“ sie mit ihren vielfältigen Schnitzereien.

Die Geschichte der Stabkirche Urnes

Um 1050, so historische Quellen, wurde dort, wo heute die Stabkirche Urnes steht, schon mal eine Kirche gebaut. Warum sie keine 100 Jahre später abgerissen wurde, ist nicht bekannt. Aber um 1130 begann man mit dem Bau von Urnes. Bemerkenswert: Von der alten Kirche verwendeten die Arbeiter Wandplanken, einen Eckpfahl und vor allem das Portal für die neue Kirche. Zumeist waren das die Teile mit den typischen Schnitzereien, Verschlingungen von Tieren und Pflanzen – dem Urnes-Stil, der auch anderswo zu finden ist, aber niemals in einer solchen Perfektion wie in der Stabkirche Urnes, Norwegens wohl größtem Beitrag zur Weltarchitektur. Das Holzrelief am Nordportal zeigt den Kampf von Hirschen und Schlangen, die wiederum in der sogenannten Weltenesche Yggdrasil hausen. Bemerkenswert ebenfalls: Auf dem Altar steht ein Kerzenleuchter mit neun Kerzen in Form eines Wikingerschiffes. Der aber ist aus Eisen – und nicht aus Holz.

Im Laufe der Jahrhunderte kamen zwar neue Gebäudeteile wie ein Choranbau und ein Glockenturm hinzu. Die Charakteristik der Stabkirche Urnes aber blieb erhalten und lässt sich auch heute noch bewundern.

Bild: Espen Mills/Tasteofnationaltouristroutes.com/visitnorway.com