Unterwegs in der Finnmark: Norwegen naturnah

Mehr Rentiere und Königskrabben als Menschen: Die Finnmark, Norwegens größte und nördlichste Region, ist der am dünnsten besiedelte Landesteil und ideal für Naturbeobachtung. Menschenleere Gegenden garantieren viel Platz für Abenteuer.

Ein Stein markiert den Beginn von Europas längstem Wanderweg. Von hier aus sind es 7000 Kilometer bis Süditalien. Die Route führt über die karge Hochebene Finnmarksvidda, Moos und Buschwerk bestimmen die eindrucksvolle Landschaft der Finnmark in Norwegen. Rucksack und Zelt gehören zur Grundausstattung für Streckenwanderer in diesem Teil des Landes. In der Finnmark ist Camping problemlos überall möglich. Es gilt das skandinavische „Jedermannsrecht“, im offenen Gelände darf man überall sein Zelt aufschlagen.

In der Finnmark in Norwegen gibt es mehr Rentiere als Menschen

Begleitet vom lauten Geknatter kommt eine Rentierherde in Sicht. Tausende von Tieren traben gemächlich über die Hochebene, ihre Hirten vom Volksstamm der Samen folgen auf Geländemotorrädern. Interessant: Bei den Rentieren tragen Männchen wie Weibchen ein Geweih, bei letzteren fällt es aber etwas kleiner aus. Die riesigen Herden sind noch heute wichtiger Wirtschaftsfaktor, Fleisch und Fell der Rentiere werden vermarktet, getrocknetes Ren gilt als Spezialität. Die Samen aus der Finnmark in Norwegen haben sich mit ihren leuchtend blauen Trachten, den traditionellen Samenmessern – ein schönes Mitbringsel – und den typischen Zelten ganz besonders sehenswerte Traditionen bewahrt. In Kautokeino findet sogar jedes Jahr zu Ostern ein Festival des samischen Films statt. Open-Air-Aufführungen in Eis und Schnee inbegriffen, man wirbt mit einem Drive-in-Kino für Schneemobile.

Der längste Tag ist über zwei Monate lang

Die Mitternachtssonne scheint lange über die Finnmark, zweieinhalb Monate geht sie nicht unter, sondern dreht sich am Horizont in spektakulärem Farbenspiel. Ein Bild, das sich gemeinsam mit dem Tosen der Brandung und dem Pfeifen des Windes zu einer gigantischen arktischen Symphonie aufbaut. Vor der Küste gibt es für Urlauber mit Tauchschein eine weitere einmalige Attraktion. Dort kann, wer will, mit auf Königskrabbenfang gehen. Auch an Bord eines Boots ist es ein Erlebnis, wenn die zehn Kilogramm schweren Krebstiere an ihren Armen mit bis zu zwei Meter Spannweite aus dem Wasser gezogen werden. Ein Arm macht einen Mann satt, heißt es, wenn die Panzer geknackt und fröhlich verzehrt werden.
Rundreisen zum Nordkap bietet unter anderem TUI Wolters an.

Foto: CH – visitnorway.com