Innherred – Wildnis erleben in Mittelnorwegen

Zentraler geht nicht: Norwegens geografische Mitte liegt in der Region Innherred. Doch wer dieser Stelle in nahezu unberührter Natur einen Besuch abstatten will, dürfte ohnehin gut zu Fuß sein: Innherred ist ein wunderbares Wandergebiet, und von den Höhenzügen aus hat man das Gefühl endloser Weite.

Innherred, die Schatzkammer der Natur

So einsam und zivilisationsfern Innherred in weiten Teilen auch ist – es ist nur ein Katzensprung hierher in Mittelnorwegens Wildnis: Per Bahn, Bus oder Auto über die Europastraße 6 und die spektakuläre Küstenroute Kystriksveien ist Trøndelag (so heißt die Region Mittelnorwegen in der Landessprache) leicht zu erreichen; der Flughafen von Trondheim-Vaernes ist nur eine gute halbe Autostunde entfernt. Mehrere kleine Kommunen wie Verdal, Inderøy oder Steinkjer bieten sich als ideale Standorte mit langer Historie und guter touristischer Versorgung an.

Doch der wahre Grund für eine Reise hierher nach Innherred (auch Innherad genannt) ist die Natur: Behutsam ist die Wildnis für sanfte Erkundungen erschlossen worden. Mit seiner urwüchsigen, vielseitigen Hügel- und Berglandschaft gehört Innherred zu Norwegens großen Reichtümern. Im Skjaerfjella-Nationalpark wurde sie sogar unter höchstmöglichen Schutz gestellt.

Na, dann los, Wanderschuhe geschnürt, und ab: Gut erschlossene Trails führen hinein in diese Schatzkammer. Und man findet – ganz nach Wunsch und Kondition – immer genau das Richtige, vom Flachland bis zu majestätischen Bergen, die wunderbare Ausblicke auf die Küste mit ihren verstreut liegenden Inselgruppen bieten. Inherred selbst mit seinem abwechslungsreichen Terrain ist auf gut gekennzeichneten Wegen mit moderatem Anforderungsgrad zu erwandern. Mehrere Hütten – teils an Seen gelegen – laden zu Pausen oder zur Übernachtung ein, auch darf gezeltet werden.

Geschichte und Spiritualität

Menschen haben Innherred schon seit der Steinzeit besiedelt – die Region ist voller Geschichte und Tradition. Daher bieten sich geführte Touren an, um auch Dinge sehen und erleben zu können, die sich dem einfachen Blick nicht erschließen. Eine solche historische Wanderung startet am Wildniscamp Brandheia und führt unter anderem zu zwei frühgeschichtlichen Burganlagen in atemberaubender Landschaft.

Eine althergebrachte Tradition ist auch, den St. Olavsweg genannten Pilgerpfad nach Stikelstad zu begehen, der von Schweden herüberführt und auf der Route durch entlegene Gegenden Raum für tiefere Gedanken bietet.

Wer sich langsam von der Wildnis wieder an die Zivilisation gewöhnen möchte, schließt an den Aufenthalt in Innherred noch ein paar Tage in Trondheim an – seine Lage zwischen Berg und Wasser und das bunte, kreative Studentenleben bietet einen äußerst anheimelnden Mix aus Natur und moderner Kultur. Eben typisch norwegisch.

Bild: Sverre Hjørnevik/Fjord Norway