Norwegen: Tromsø – das „Tor zum Eismeer“

Norwegens Norden kann man hervorragend von Tromsø aus erkunden – die als „Tor zum Eismeer“ bekannte Stadt ist aber auch selbst ein spannendes Reiseziel.

Überirdisch, unterirdisch

Den besten Eindruck von Tromsø gewinnt man von oben – vom Gipfel des 418 Meter hohen Storsteinen, der bequem per Seilbahn erreichbar ist. Fast aus der Vogelperspektive liegt dem Besucher dann die Stadt zu Füßen, die zu etwas mehr als ihrer halben Fläche auf dem Festland, zum übrigen Teil auf Inseln liegt. Zwar rangiert die Stadt mit etwas über 72.000 Einwohnern nur auf Platz acht der einwohnerstärksten Städte, und doch ist in Norwegen Tromsø die größte Stadt – ihre Fläche entspricht derjenigen des Saarlandes.

Vom Hausberg aus ist wunderschön erkennbar, dass Trömsøs Zentrum mit seinen vielen Holzhäusern und neoklassischen Vierteln auf der Insel Tromsøya liegt. Die ist per Brücke – der eleganten Tromsøbrua – mit den festländischen Stadtteilen verbunden. Unsichtbar bleibt für den Betrachter aber nicht nur der große Verbindungstunnel, sondern eine Besonderheit der Stadt: Tromsøya verfügt über ein weitverzweigtes Straßentunnelsystem mit separater Verkehrsführung. Schnee macht den Autofahrern hier im Winter nicht viel aus.

Tromsø ist ein Mekka für Arktisfreunde

Ungeachtet des Namens „Tor zum Eismeer“ sind die Winter in Tromsø aber nicht besonders kalt; selten sinkt das Thermometer auf unter minus 10 Grad. Dafür war die Stadt immer wieder Startpunkt für legendäre Arktis-Expeditionen wie die von Nansen oder Amundsen. Klar, dass es in Tromsø viele Sehenswürdigkeiten gibt, die einen Bezug zu den eisigen Regionen haben, etwa das Erlebniszentrum „Polaria“, das Polarmuseum, das arktische Aquarium und die 1965 erbaute Eismeerkathedrale. Im nördlichsten Botanischen Garten der Welt lässt sich die Pflanzenwelt der Arktis und vieler nördlicher Länder erleben.

Echt nordisch fühlen sich die Besucher aber, wenn in Tromsø Mitternachtssonne herrscht, in der Eismeerkathedrale durch Mitternachtskonzerte gefeiert. Vom 19. Mai bis 26.Juli wird es nachts nicht mehr völlig dunkel, dafür bleibt die Stadt im Winter vom 26. November bis zum 15. Januar in Finsternis getaucht. Als Ausgleich kann man dann jedoch oft fantastische Nordlichter beobachten. Seit 1927 gibt es dafür ein spezielles Nordlichtobservatorium.

Junge, aktive Stadt

Doch zu keiner Jahreszeit wird es hier langweilig. Für den Norden von Norwegen ist Tromsø überraschend lebendig: Die Universitätsstadt bietet ein quirliges Nachtleben und viel Kultur in seinen Museen. Kinder sind von den Tieren im Polaria fasziniert und besuchen gern den Tromsø-Familienpark und den Hillesöy-Vogel- und Kleintierpark. Die touristisch hervorragend erschlossene Stadt bietet neben Hotels und Pensionen auch Ferienhäuser und Optionen für Camping. Trömso-Reisen sind oft Outdoor-Trips – die Stadt wird gern als Standort für Wander-, Kajak- und Kanu- oder Angel-Urlaube in der näheren und weiteren Umgebung genutzt.

Bild: Frithjof Fure – Visitnorway.com