Narvik – Von wilden Tieren und atemberaubenden Ausblicken

Lange war Narvik nur als Erzhafen und umkämpfte Stadt im Zweiten Weltkrieg bekannt. Doch Narvik ist auch ein wunderbarer Ausgangspunkt für Aktivitäten in der Umgebung und Nordnorwegen.

Narviks Ursprung liegt im Erz. Stadt und Hafen entstanden zusammen mit der Eisenbahnlinie Ofotenbanen (in Schweden Malmabanan), die zu Beginn des 20. Jahrhunderts zwischen dem schwedischen Kiruna und der norwegischen Küste gebaut wurde. Die Entfernung zu den Erzabbaugebieten war kürzer als zum schwedischen Ostseehafen Luleå, und vor allem ist der Hafen von Narvik in Norwegen durch den Golfstrom das ganze Jahr über eisfrei.

Der nördlichste Zoo der Welt und weitere Sehenswürdigkeiten in der Region Narvik

Der Hafen in Narvik ist zwar keine Sehenswürdigkeit im eigentlichen Sinne, doch bietet er mit seinen großen Ladeanlagen und den bis zu 300 Meter langen Frachtern, die dort anlegen, einige beachtliche Schauwerte. Die Stadt mit ihren knapp 19.000 Einwohnern wirkt dagegen geradezu beschaulich.

Auch die Ofotenbanen dient in erster Linie dem Erztransport. Doch die teilweise spektakuläre Streckenführung, die auf 40 Kilometern über 520 Höhenmeter überwindet, macht die Fahrt mit dem Zug auch für Touristen interessant. Die 42 Kilometer lange Strecke bis zur schwedischen Grenze und zurück – die Fahrt dauert rund drei Stunden – sind ein herrlicher Ausflug mit imposanten Panoramen von Meer, Fjorden und Bergen. Man kann die Fahrt auch an der Station Katterat unterbrechen und die rund sechs Kilometer lange Wanderung zu der alten Schienenarbeitersiedlung Rombaksbotn machen.

Mit der im Zentrum von Narvik startenden Seilbahn kommt man innerhalb weniger Minuten zu einem Aussichtscafé in 576 Meter Höhe, das den besten Blick über die Stadt und den Ofotfjord bietet. Im Winter geht es von hier aus weiter mit dem Sessellift zum Skifahren.

Zu Narviks Sehenswürdigkeiten gehört auch der Polar Park, der nördlichste Zoo der Welt. Er liegt 70 Kilometer nördlich der Stadt, ist aber über die Fernstraße E6 schnell zu erreichen. Wölfe, Braunbären, Luchse, Elche, Rentiere und andere Tierarten der Polarfauna können in ihrem natürlichen Lebensraum beobachtet werden.

Der Stetind ist der Nationalberg Norwegens und liegt etwa 90 Kilometer südlich von Narvik. Er ist 1.392 Meter hoch und kann im Rahmen von geführten Touren erklommen werden. Die Besteigung ist durchaus anspruchsvoll und nicht für Anfänger zu empfehlen.

Museen in Narvik

Narvik wurde im Zweiten Weltkrieg heftig umkämpft. Das War Museum Narvik beschreibt in Bildern und Texten die Kämpfe zwischen 1940 und 1945. Zu sehen sind auch Uniformen, Waffen und weitere Ausstellungsstücke aus der Zeit.

Das Museum Nord im Zentrum von Narvik ist der Geschichte der Stadt gewidmet, der Bau von Hafen und Eisenbahn stehen also im Mittelpunkt der Ausstellung.

Fünfzig Kilometer nördlich von Narvik, in Gratangen, findet man das Nordnorwegische Bootsmuseum. Es vermittelt eindrucksvoll die Bedeutung von Booten in der Region, die im 19. Jahrhundert vor Straßen- und Eisenbahnbau das wichtigste Fortbewegungsmittel waren.

Bild: iStock, 4608695, Kaphoto