Wo das wirtschaftliche Herz Norwegens schlägt: Stavanger

Den Charme einer Kleinstadt und doch eine Wirtschaftsmetropole – in Stavanger sitzt Norwegens Ölindustrie, die entscheidend zum Aufstieg des Landes beigetragen hat. Mit ihren Museen, der Altstadt und der landschaftlich reizvollen Umgebung entwickelte sich Stavanger darüber hinaus zu einem attraktiven Reiseziel.

Aus der Quelle des Wohlstands Stavangers fließt Öl. Unter welchen Mühen der kostbare Stoff aus dem Boden unter der Nordsee geholt wird, zeigt das Erdölmuseum. Schon die Architektur erinnert an eine Bohrinsel und, gleich am Eingang steht einer der größten Rohrmeißel der Welt mit dem Bohrungen vorangetrieben werden. Er wiegt 1700 Kilogramm und ist 90 Zentimeter breit. Das Museum informiert nicht nur über alle Stufen der Förderung und Verarbeitung von Öl, sondern zeigt auch, wie die Arbeiter im Notfall mit Rettungsstrumpf – einer flexiblen Rutschbahn – und motorisierter Rettungskapsel die Bohrinsel schnell verlassen können.

Eisenzeit und Dosenfisch

Die Geschichte der Stadt begann nicht erst mit den Ölfunden vor der Küste. Schon zur Zeit der Völkerwanderung lebten hier Menschen. Wie, das wird im originalgetreuen Nachbau nordischer Langhäuser in Ullandhaug dargestellt. Dort waren Überreste aus der Eisenzeit gefunden worden. Erst im vergangenen Jahrhundert endete die Zeit von Stavanger als Zentrum von Norwegens Konservenproduktion. Die Geräte, mit denen vor 100 Jahren Sardinen geräuchert und dicht an dicht in die sprichwörtlichen Dosen verpackt wurden, stehen immer noch Betriebsbereit im Konservenmuseum. Nach einer Vorführung der Räucherei – im Sommer zweimal wöchentlich – lohnt ein Besuch im Arbeiterhaus. Der weiße Holzbau ist typisch für Stavanger und bestimmt das Bild von großen Teilen der Altstadt.

Rund um Stavanger: Sehenswürdigkeiten in der Natur

Rund um den Lysefjord ragen steile Felsen hunderte von Metern empor. In der Eiszeit haben Gletscher bizarre Formationen aus dem Gestein gesprengt. Berühmteste ist der Preikestolen, der „Predigtstuhl“, der wie eine Kanzel mit seiner natürlichen Plattform 604 Meter über dem Fjord thront. Er ist auf einem leicht zu gehenden Wanderweg erreichbar. Mindestens genauso bizarr ist der Kjerag, wo sich ein riesiger Stein, man weiß nicht wie, zwischen zwei Felswände eingeklemmt hat. Dort haben bequem zwei – möglichst schwindelfreie – Menschen Platz, die aus 908 Metern Höhe ins tiefe Blau des Lysefjords schauen können.

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Bild: CH – visitnorway.com