Ålesund: Norwegen im Jugendstil

Die Katastrophe als Glücksfall: Nachdem die Stadt Ålesund in Norwegen 1904 abgebrannt war, wurde sie komplett im Jugendstil wieder aufgebaut. Heute erfreuen sich Besucher in Ålesund an Sehenswürdigkeiten aus dieser Zeit und sind von der landschaftlichen Umgebung fasziniert.

418 Stufen führen vom Stadtpark auf den Berg Aksla hinauf. Der Blick schweift über das malerische Zentrum, das sich auf drei Inseln zwischen Hjørundjord und Atlantik erhebt. Im Landesinneren zeichnen sich schroffe Berge am Horizont ab. Sie ragen bis zu 1.700 Meter – sehr hoch für Norwegen – über den Fjord und sind im Winter ein beliebtes Skigebiet.

Deutschland und Ålesund: Norwegen war Kaiser Wilhelms Lieblingsland

Dass Ålesund nach dem verheerenden Brand so prachtvoll wieder entstehen konnte, hat die Stadt auch dem deutschen Kaiser Wilhelm II. zu verdanken, der seine Urlaube oft und gern in Norwegen verbrachte. An seinen Einsatz erinnert bis heute ein sieben Meter hoher Obelisk im Stadtzentrum. Seither gibt der damals aktuelle Jugendstil der Stadt ihr Gesicht. Ein besonders schönes Beispiel ist die ehemalige Schwanenapotheke mit ihrer originalgetreu restaurierten Einrichtung, heute ein sehenswertes Museum. Die Häuser mit ihren elegant verschnörkelten Fassaden lassen sich auch sehr gut vom Wasser aus bewundern: Kajaktouren rund um die Inseln sind im Sommer sehr beliebt.

Wer wissen will, mit wem er sich Meer und Fjord teilt: Einen Einblick in die Unterwasserwelt vor der Küste bietet das große Aquarium von Ålesund, in Norwegen eines der schönsten.

Sunnmøre: eine Region für Naturliebhaber

Runde ist ein Paradies für Vögel. Bis zu 700.000 Tiere treffen sich jedes Jahr zwischen Februar und August der Insel vor Ålesund in Norwegen. Gänsegroße Basstölpel lassen dort beim Landen ihr typisches „Arrah-Arrah“ erklingen, die kleineren Papageitaucher halten zwei oder drei kleine Fische quer in ihren leuchtend orangefarbenen Schnäbeln, und über allen kreisen majestätische Adler. Rund 300 verschiedene Vogelarten haben Biologen auf Runde gezählt.

Auch das Landesinnere der Küstenregion Sunnmøre überrascht mit seiner Vielfalt. Der Golfstrom und die langen Sonnenstunden wärmen die sanften Hügel mit ihrer fruchtbaren Erde so auf, dass dort sogar Aprikosen wachsen. Wanderwege führen über grüne Almen und an schroffen Felsen entlang. Im Frühsommer ergießt sich Schmelzwasser in reißenden Wasserfällen in den Hjørundfjord, der sich 35 Kilometer ins Binnenland geschoben hat. Einsame Bauernhöfe, teils nur über Leitern erreichbar und häufig bereits verlassen, zeugen von Zeiten, als das Leben der Einheimischen auf diesem wunderschönen Flecken mehr von harter Arbeit als von Naturgenuss geprägt war.

Bild: Per Eide/visitnorway.com