Landschaftsroute Varanger – Ruhe und karge Landschaft

Die Landschaftsroute Varanger in Norwegen führt durch den äußersten Nordosten des Landes, entlang der Eismeerküste. Sie ist 160 Kilometer lang, beginnt in Varangerbotn und endet in Hamnigberg. Sie ist die nördlichste der 18 Norwegischen Landschaftsrouten. Alle führen durch landschaftlich besonders schöne Regionen.

Varanger – Mondlandschaften und Moore

Die Landschaft auf der Varanger-Halbinsel ist karg. So karg sogar, dass manche Teile wie eine Mondlandschaft wirken. Das besondere Licht 500 Kilometer nördlich des Polarkreises verstärkt den unwirklichen Eindruck – ein faszinierendes Erlebnis. Ansonsten dominieren Birkenwäldchen, Moore und zerklüftete Klippen das Bild. Die Region eignet sich hervorragend zur Vogelbeobachtung.

Hier sollte man auf der Landschaftsroute Varanger stoppen

Kurz hinter Varangerbotn liegt am Fuße des Gebirges der Rastplatz Gornitak. Von hier hat man einen tollen Blick über den Varangerfjord und auf das Meer im Osten. Kurios: Das Toilettenhäuschen ist ein altes Steingebäude, das während des Zweiten Weltkriegs als Munitionslager diente.

Kurz darauf kann man schon von Weitem die Holzkirche von Nesseby erkennen. Sie wurde 1858 direkt am Fjordufer erbaut, das barocke Altarbild soll von 1720 stammen. Rund fünfzig Jahre zuvor gab es in Nordnorwegen eine Welle von Hexenverfolgungen, denen 91 Menschen zum Opfer fielen. Ihnen zum Gedenken wurde 2011 in Vardø das Steilneset Memorial errichtet. Die Künstlerin Louise Bourgeois und der Architekt Peter Zumthor haben die beiden Gebäude entworfen, zu denen eine 100 Meter lange Gedenkhalle und ein brennender Stuhl gehören.

Die Varanger-Halbinsel wird zu den 100 besten Vogelbeobachtungsgebieten der Welt gezählt. Bei den Orten Vestre Jakobselv, Vadsø, Ekkerøya, Hornøya und Barvika sowie am Ende der Landzunge Steilnesodden wurden Beobachtungsposten errichtet, die Schutz vor dem Wetter bieten und die Menschen vor den Vögeln verbergen. So ergeben sich hervorragende Möglichkeiten, die arktische Vogelwelt ungestört aus nächster Nähe zu erleben.

Das verlassene Fischerdorf Hamnigberg markiert das Ende der Landschaftsroute. An einer kleinen Bucht stehen verstreut Häuser aus der Zeit vor dem Zweiten Weltkrieg und einige russische Blockhäuser aus dem 19. Jahrhundert – eine typische Siedlung in der Finnmark. Unbewohnt und an einem entlegenen Zipfel der Welt gelegen, strahlt das Dorf eine ganz eigene Atmosphäre aus.

Bild: Fotolia, 72156142, Alexander Erdbeer