Die längste Landschaftsroute in Norwegen: Helgelandküste

Die Norwegischen Landschaftsrouten (Nasjonale turistveger) sind 18 überregionale Hauptverkehrsstraßen, die durch besonders reizvolle Landschaftsregionen führen. Sie haben in der Regel Haltestellen und Aussichtspunkte, damit Touristen an Sehenswürdigkeiten und schönen Abschnitten stoppen können. Helgelandküste oder Helgelandskysten ist mit 433 Kilometern die längste dieser Landschaftsrouten.

Die Landschaftsroute Helgelandküste – etwas Zeit ist gefragt

Nicht nur wegen ihrer Länge sollte man für die Route Helgelandküste in Norwegen ausreichend Zeit einplanen. Es gibt auf der Strecke sechs Fährverbindungen, die wiederholt für Unterbrechungen sorgen. Die Route beginnt in Holm und endet in Godøystraumen – natürlich kann sie auch in umgekehrter Richtung befahren werden. Sie verläuft entlang der Küste, und der Charakter der Landschaft ändert sich im Laufe der Fahrt: Es gibt lange Gebirgsketten, Fjorde und Schärengärten.

Highlights entlang der Helgelandküste

Auf der Route fährt man durch viele schöne Gegenden und entlang eindrucksvoller Küstenabschnitte. Einige der schönsten Stopps und Sehenswürdigkeiten sind:

  • Der Godøystraumen ist ein Gezeitenstrom, der beim Wechsel von Ebbe und Flut große Wassermassen durch eine schmale Meerenge in beide Richtungen presst und dabei mächtige Strudel bildet. Das lässt sich von dem hier gelegenen Rastplatz sehr gut beobachten.
  • In Storvika verbindet eine Steingewölbebrücke den Rastplatz mit einem kilometerlangen idyllischen Sandstrand.
  • Der Rastplatz Braset bietet sich für einen Stopp an, um den Blick auf den Gletscher Engenbreen zu genießen. Er ist Teil des Svartisen, dem zweitgrößten Gletscher Norwegens.
  • Auf der Strecke Jektvik – Kilboghamn überquert man den Polarkreis auf 66 Grad nördlicher Breite. Der Warteraum des Fähranlegers in Jektvik hat eine transparente Glasfaserverkleidung, die besonders in der Polarnacht strahlend leuchtet.
  • Weiter südlich macht die Route einen Abstecher zum Berg Torghatten, der mit seinem 35 Meter hohen und rund 160 Meter langen Loch in der Mitte einen einzigartigen Anblick bietet. Das Loch entstand vermutlich zum Ende der Eiszeit durch die Meeresbrandung. Nach dem Abschmelzen der Gletscher hob sich der Erdboden und damit auch das ausgespülte Loch.

Die Route Helgelandsküste eignet sich hervorragend für Radtouren, da sie wenige Steigungen hat und gut ausgebaut ist, also Radlern viel Platz und auf der gesamten Strecke genügend Gelegenheiten für Pausen bietet. Auch für Bergwanderungen und Kajaktouren gibt es hervorragende Bedingungen. Gerade in den Schärengärten kann man gut paddeln ohne auf das offene Meer zu geraten.

Bild: Frithjof Fure – Visitnorway.com