Auf Hundeschlittentour in Norwegen

So könnte es endlos weitergehen: Unberührter Winterwald fliegt vorbei, weite schneeweiße Ebenen strahlen im Sonnenschein, nichts stört beim Genießen der Landschaft, mit Schwung geht es um Kurven und durch Niederungen und kleine Hügel hinauf: eine Huskytour in Norwegen – ein Naturerlebnis der besonderen Art.

Mit Hundekraft durch den Schnee

Da stiebt der Schnee! Ungeduldig haben die Hunde am Geschirr gezogen – können sich diese Mitreisenden nicht beeilen und endlich auf den Schlitten steigen??? Endlich, endlich das ersehnte Signal – UND LOS GEHT’S!!! Bis zu zehn Huskys legen sich spontan ins Zeug, sodass sich die Passagiere auf dem flachen Schlitten besser schnell festhalten, um nicht gleich wieder neben dem Gefährt im Schnee zu landen. Denn die Tiere wollen rennen, rennen, rennen.

Ein tolles Gefühl, aus der tiefen Perspektive des Schlittens die Szenerie zu erleben und den Schnee von bis zu 40 Hundebeinen stieben zu sehen! Dazu das Hecheln und fröhliche Japsen der Hunde, die in klarer Ordnung ihre Arbeit verrichten und dabei glücklich sind – für sie gibt es nichts Schöneres, als über die schneebedeckte Piste zu flitzen.

Und für ihren Hundeführer ebenfalls nicht. Gelegentlich korrigiert er die sausende Fahrt mit klaren, kurzen Kommandos. Er kann sich auf seine erfahrenen Leithunde verlassen, die ganz vorn im Gespann laufen. Dahinter das Mittelfeld in Kraft und Erfahrung; die stärksten Tiere sind die direkt vor dem Schlitten.

Eine Hundeschlittentour in Norwegens Winterlandschaft ist ein Naturerlebnis der außergewöhnlichen Art. Und nicht nur wegen Schnee und Bäumen und Bergen und vereisten Seen: Sie bringt auch ein tieferes Empfinden und Verständnis für die Hunde. So ähnlich sie einander in ihrem Temperament auch zu sein scheinen, ist jedes Tier eine Persönlichkeit für sich, und das Zusammenspiel der wollhaarigen Bande muss genau austariert sein. Und darum leben die Schlittenführer mit ihren Tieren zusammen – jeder kennt den anderen, seine Launen und Macken, seine Stärken und seine Kräfte. Zeigt ein Hund unterwegs mal Probleme, in tiefem Schnee oder auf glatter Piste voranzukommen, wird er auf den Schlitten geholt. Nein, kein richtiger Hundeschlittenführer würde seine Tiere überanstrengen oder schlecht behandeln.

Eine Hundeschlittentour in Norwegen: Krönung des Winterurlaubs

Toll, während der Pausen, der Nachtlager oder am Ende der Tour die Hunde zu beobachten, wenn sie vom Schlitten abgeschirrt werden und herumtollen dürfen. Sie brauchen das als Ventil und um die soziale Ordnung zu festigen. Selbst bei langen Touren könnten gut trainierte Hunde stundenlang ohne Pause laufen – aber gern gönnt der Schlittenführer den Hunden und seinen Passagieren die Freude, eben doch eine Pause einzulegen.

Wer Norwegens Winter kennt, kann sich gut vorstellen, dass das Land für diese Art der Fortbewegung prädestiniert ist, auch wenn Hundeschlitten fahren in erster Linie ein touristisches Vergnügen ist. Touren-Angebote gibt es in vielen Regionen, von Trondheim bis hinauf in den Norden und vor allem in Finnmark und Lappland. Das Spektrum der Huskytouren in Norwegen reicht vom gemütlichen Ausflug bis zur mehrtägigen Expedition mit Nachtlager in Zelten. Und ja, solange kein heftiger Sturm weht, schlafen die Husky tatsächlich draußen im Schnee.

Bild: C.H. – Visitnorway.com